Hurra! Mein eigener Internet-Anschluss geht wieder...
ich kann beim Arbeiten wieder Radio hören und die Bilder hierhin hochladen macht so auch mehr Spaß.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Gemischtes aus Nepal

Weil's so schön war kommen hier einfach noch ein paar Fotos rein, die sonst nicht gepasst haben...
Mit der Canon hab ich 2542 Fotos verballert - ein paar sind auch tatsächlich ganz hübsch geworden und können einfach nicht auf meiner Festplatte verstauben ohne dass die jemand sieht.

TSCHÖÖÖÖÖTSCH!

Kirche gibt's auch mit Wellblech - in einem eher buddhistisch geprägten Land.

HÄNGEBRÜCKE

Eine unserer ersten Hängebrücken

OASE

Das Dorf Marpha sieht mit den Flachdächern inmitten recht trockener Umgebung aus wie irgendwo in der Sahara

KIKERIKIIII!

Eine Institution in jedem Dorf. Weckt zuverlässig zum Sonnenaufgang oder vielleicht früher oder später. Wie gesagt: Eine Reise nach Nepal ist immer auch ein bisschen Zeitreise.

Dienstag, 27. Juli 2010

Abflug

So, das war Nepal.
Nach einer Wahnsinns-Busfahrt (wieder mal überlebt) kommen wir in Kathmandu an, fläzen uns in einen Biergarten und testen die Nepalesische Braukunst. Everest Beer und Nepal Ice kommen in der 650ml Pulle. Nepal Ice hat so um die 7 Umdrehungen. Ich bin nix mehr gewohnt und kann nach einem Bier nicht mehr so richtig gerade laufen... aber schön war's im Biergarten schon mit dem lecker Naan-Brot und ein bisschen totem Huhn :-)

Schön pennen - hier kostet das Hotel Stolze 500 Rupien (5,50€) für's Doppelzimmer mit eigenener warmer Dusche. Natürlich wollten die mir am morgen danach noch 10% "Service Charge" aufbrummen. Zu dem 500er Schein hab ich stumpf nix dazu gelegt mit dem Kommentar "Yesterday, we made a deal - 500!".


Die Postkarten nach Deutschland sind billiger als aus Deutschland selber... mit der Sonderbriefmarke. Ja, das ist der Kölner Dom auf der Nepalesischen Briefmarke. Ich hoffe, dass wenigstens eine von unseren Karte dieses Jahr noch ankommt.

Unsere letzen Rupien haben wir einfach mal in Kokoskekse und Haribo investiert - in Nepal gibt's die im Touri-Supermarkt, in Indien nicht.

Kathmandu International Airport
Der Flughafen von Kathmandu ist schon ein bisschen speziell. Neben den ganzen kleinen De Havilland Twin Otter Flugzeugen (für die kurzen Landebahnen in der Pampa) sieht man vor allem ausländische Maschinen. Nepalesen verreisen wohl eher selten selber. Dafür ist die Miscung da draußen recht bunt - neben unserer JetLite Maschine steht eine absolut vertrauenswürdige McDonnell Douglas von GMG Airlines aus Bangladesh.


Bei einschlägigen Ryanair-Flughäfen sieht man schonmal "Alternative" Check-In Schalter. Aber auch bei DEM Flughafen des Landes gibt's hier echte Pappschilder am holzgeschnitzen Check-in Schalter. Auf der Klobrille sehe ich Schuhabdrücke - irgendein Fluggast hat heute wohl zum ersten Mal ne echte Kloschüssel benutzt.
Aber hey, eine Packung Kekse kostet nicht 4€ wie in Frankfurt...

Die Sicherheitskontrollen werden unglaublich oft wiederholt. Arbeit kostet hier ja nix. Zum Schluss wiederholt die Fluggesellschaft nochmal die Handgepäck- und Personenkontrolle direkt an der Treppe zum Flugzeug - scheinbar vertrauen die dem Bodenpersonal nicht.

Normalerweise bewegen sich ja startende und Landende Flugzeuge alle in die gleiche Richtung auf der Start/Landebahn - immer gegen den Wind.
Ich glaube, wir sind diesmal mit dem Wind gestartet. In Richtung 8000er Gipfel im Himalaya starten Piloten wohl nicht gerne mit ner 737...

Samstag, 24. Juli 2010

Das Schlammfest in Pokhara

Auf der Rückreise kommen wir nochmal durch Pokhara.





BÖÖTCHEN

Mittem im See von Pkohara gibt's eine Insel und da kommt man mit diesen netten Böötchen hin. Wir haben ein ganzes Boot für uns - diese Sparfüchse teilen sich den Kahn mit der ganzen Großfamilie.


Auf der Insel gibt's nen Tempel. Da kann man mit den Glöckchen bimmeln oder ein Öllicht anzünden. Finden hier alle ganz toll und stehen Schlange. Unser Boot wartet auf uns wegen der Weiterfahrt zum anderen Seeufer - wir müssen also leider schnell weiter.

HÜGEL

Oben auf dem Hügel haben ein paar Länder eine Stupa gespendet - auf 4 Seiten hat das Ding jeweils eine goldenene Statue und jede Staute kommt aus einem anderen budhhistischen Land, eine davon aus Nepal.


Ausblick vom Hügel auf Pokhara. Die Wolken im Hintergrund sind wieder mal nicht gut für Flugzeuge - wenn man gernau hinguckt, ragt oben aus den Wolken noch etwas raus...

HÖHLE
Pokhara hat eine Höhle mit 3 Eingängen: Einer ist für Besucher, einer ist ein Schacht, in den ein Fluss mit einem Wasserfall so 40m tief reinfällt und ein Tunnnel, der komplett unter Wasser steht - der Fluss verschwindet also quasi in einem See, der in der Höhle steht.


SCHLAMMFEST
Hier feiert man gerade sowas wie Ernte-Dank - nur diesmal wird der Beginn des Reis-sähens gefeiert.

Eine Menge Leute sind da - die Schirme sind nicht nur als Sonnenschirme im Einsatz, auch wenn Frauen in Nepal gerne bleich bleiben - heute sind sie auch als Schlamm-Abwehrschirm wichtig, denn Besucher werden traditionell mit Schlamm beworfen. Kamelle wäre mir aber lieber...


Anlauf nehmen...


... und Platsch! A Mords Gaudi!


Und die Ochsen drehen nochmal ne Ehrenrunde - dieser Acker dürfte nach dieser Veranstaltung recht gut gepflügt sein.


Völlig woanders aufgenommen - passt aber gut hierhin. Hier werden die Setzlinge auf einem Reisfeld oberhalb von Tadopani im Kali Gandaki Tal verteilt.

ABENDESSEN

Bishwa's Frau ist nebenberuflich Geflügelzüchterin und eines ihrer Hühner hatte heute einen sehr schlechten Tag...
Wir werden zum Abschied von Bishwa zum Abendsessen zu sich nach Hause eingeladen. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, macht er das nicht mit allen Kunden - es ist also schon eine besondere Eniladung.
Es gibt Dal Bhat mit Curry-Huhn :-) Seine Frau kann wirklich lecker kochen! So ein frisch "geerntetes" Huhn, das 3 Stunden vor dem Essen noch Kikeriki gemacht hat, habe noch nicht gegessen. Das Ganze ist quasi ein Candle-Light Dinner, was die Athnmosphäre nochmal besonders gemütlich macht - wenn auch die Kerzenbeleuchtung nicht geplant war - genau an diesem Abend gibt es einen Stromausfall in Pokhara :-)
Von diesem Abendessen gibt es keine Fotos - das hätte die Kerzenbeleuchtung usw gestört.

Old Buildings and Stuff

Einer meiner interessantesten Lehrer in der Schule war - auch wenn ich nicht immer richtig aufgepasst habe - mein Religionsleherer, der mich von der 7. bis zur 13. Klasse lückenlos verfolgte - so lang wie kein anderer.
Bei Hinduismus und Bhuddimus ist bei mir nicht sehr viel hängen geblieben...

Soweit ich mich erinnern konnte war Buddha der dicke Mann aus Gold im Schneidersitz - und die Hindus brauchen wegen dem ganzen Chaos in Indien viele verschiedene Götter - einer reicht da einfach nicht aus.

In Nepal hab ich immerhin rausgefunden, wie man Hindu- und Buddha Tempel auf den ersten Blick auseinanderhält:

  • Buddhisten mögen Gebetsmühlen, bunte Fähnchen und kommen hier meistens aus Nepal oder Tibet. Die entspannt in die Weltgeschichte schauenden, goldenen Buddha Statuen gibt es hier oben nicht so oft - jedenfalls nicht die Variante mit dem ganzen Blattgold drauf.
  • Hindus haben eher kleine Glocken und evtl. auch Öl-Lampen an den Tempeln. Die Leute kommen eher aus Indien. Wenn wohl beleibte Männer im Tempel keine vergoldeten Statuen sind, sondern lebendig, sind es wahrscheinlich Hindus aus Indien - Nepalesen sind eigentlich immer drahtig unterwegs - sie sind einfach zu sportlich und arbeiten zu hart, um anzusetzen.



Gebetsmühlen und bunte Fähnchen - das könnte schon fast Tibet sein...


Die Standard-Gebtsmühle aus Messingblech mit dem "Ommm"-Gebetsspruch - im Kali Gandaki Tal oberhalb von 2600m an jeder Ecke baugleich mit der gleichen Beschriftung anzutreffen.


Die Basic-Gebetsmühle ohne Schnörkel, ohne gutes SKF-Lager, aber Marke Eigenbau.


Die Milchdosen-Gebetsmühle - "Imported from Australia"


Die Wasser-Gebets-Mühle. Betet von selbst, 24 Stunden am Tag, Gebetsgeschwindigkeit über Wasserfluss einstellbar. Warum hat die katholische Kirche sowas noch nicht? Vielleicht sind 2000 Jahre nicht genug für so eine bahnbrechende Entwicklung eines Gebetsautomaten.


Die Maxi-Gebetsmühle - so 1,70m groß. Was man nicht sieht: sie dreht sich gerade, denn unser Führer hat sich dahinter versteckt und dreht am Rad.


Flaggen-Overkill am Stacheldraht des Klosters in Muktinath - hier findet man übrigens Hindu- und Buddha Tempel direkt nebeneinander innerhalb einer gemeinsamen Mauer.


Schöne bunte, goldene Schnörkeltiere


So - hier nochmal ein paar bunte Fähnchen in der Abenddämmerung.

Nepalesische Herbergen

Dafür, dass Nepal eines der ärmsten Länder Asiens ist - im Human Development Index Ranking steht Nepal zwischen Angola und Madagaskar - bietet es doch für Touristen eine überraschend gute Infrastruktur am Wanderweg.

Eigentlich muss man selten länger als eine halbe Stunde zum nächsten Herberge laufen, wenn man denn langsam schlapp machen sollte. Zumindest die Herbergen, in denen wir übernachtet haben, waren für den schon fast symbolischen Preis von 1,50€ pro Nacht und Doppelzimmer schwer in Ordnung. Der einzige "Haken": Fairerweise sollte man dann auch im selben Hotel zu abend essen - aber bei 2,50€ bis 3€ für ein All you can Eat will ich mal nicht meckern. (siehe Absatz "Nepalesische Speisekarten")

HILLE - mit Reisfeld und Bananenbäumen


Früüüüüüüüüüüstüüüüüück! Hier gibt es tibetanisches Brot mit Honig. Tibetanisches Brot ist quasi ein frittierter Pfannekuchen mit Schlitzen drin - total Fettarm ;-)
Bishwa's spruch hier: "I like Honey 'cause I have money".


Ausblick aus unserem Fenster


Eingang der Herberge - der gepflasterte Wanderweg im Vordergrund.

GHOREPANI



Dieses Foto habe ich bei Mondbeleuchtung aus meinem Hotelbett in Ghorepani geschossen. Das Stativ stand auf dem kleinen Schrank neben dem Bett. Das große weiße etwas ist der Annapurna Südgipfel mit immerhin 7219m.


In dem Haus mit dem roten Dach in der Mitte haben wir gepennt - super Küche drin (siehe das Dal Bhat im Nepalesischen Speisekarten-Absatz)

KALOPANI


Wenn man bergauf geht, ist diese Herberge die allerletzte im Dorf auf der rechten Seite - wenn man keinen Führer hat, kommt man nie so weit, weil vorher garantiert die Beine oder die Freundin dir sagen: "Komm, jetzt nehmen wir aber mal eine Hotel, ich hab keinen Bock mehr"


Die Nummer 1 im Hückelheim-Ranking - hier ist nicht nur der Ausblick auf 2 8000er vom Dach gut. Auch das Essen ist lecker und reichhaltig, die Dusche ist warm... auf dem Rückweg schmeißt der Wirt ne Runde Sanddorfsaft und zeigt uns seine Plantage. Wir sind die ersten Gäste, die er zweimal in einem Jahr sieht - das liegt daran, dass die meisten die Annapurna umrunden.


Der Dhaulagiri in der Morgenröte - vom Hoteldach aufgenommen.


Die Annapurna ist gerade dabei, sich in den Wolken zu verstecken - auch vom Hoteldach aufgenommen, aber in die entgegengesetzte Richtung.

Hier sind wir genau zwischen den beiden 8000ern - auf "nur" 2530m. Genau deswegen wird das Kali Gandaki Tal als das "Tiefste Tal der Welt" vermarktet. Die Gipfel sind nur 35km voneinander entfernt und das Tal geht mitten durch.


Alle Fotos in diesem Blog, die den Hauptgipfel von der Annapurna zeigen und fast alle mit dem Dhaulagiri, habe ich hier, von diesem Hoteldach geschossen. Das ist eines der wenigen Fotos von mir, die mit der guten Canon 1000D gemacht wurden - normalerweise bin ich selber hinter der Kamera. Der Berg genau hinter mir ist wieder die Annapurna - über meiner rechten Schulter der Hauptgipfel.

KAGBENI


Im Hückelheim Hotel Ranking die Nummer 2 - mit warmem Wasser in der Dusche...


... lauschigem Innenhof und sauberen (!) Zimmern.

Dienstag, 13. Juli 2010

Nepalesische Speisekarten

Ganz Nepal ist voll mit Ich-bin-alternativer-Ausstieger-aber-will-unbedingt-Spaghetti-haben Touristen und/oder die traditionelle Kochkunst ist irgendwie langweilig...



Die Speisekarten sind überraschend interkontinental geprägt. Eine so wilde Mischung von verschiedenen Sachen hab ich in so kleinen Läden noch nicht gesehen: Pizza, Spaghetti, Chili can Carne, Chinesische Nudeln und Maultaschen, französische Zwiebelsuppe, Mexikanische Burritos und Tacos... indisches Naan sieht da schon fast nach einem "local dish" aus. Manchmal finden sich zwischen 30 "westlichen" Gerichten gerade mal 3 Sachen, die die Leute vielleicht auch mal selber essen würden.



Das Dhal Bhat (Reis mit Gemüse und Currysoße) findet man tatsächlich überall als All-You-can-Eat - aber ansonsten ist es wahrscheinlicher, Spaghetti in irgendeiner verkrüppelten Schreibweisen auf der Karte zu finden als Naan oder Chinesische Nudelsuppe.

Eigentlich war alles lecker (wir haben meistens das gleiche wie Bishwa bestellt) - Nur im "Paradise Guesthouse" in Marpha hatte sich ein paar Fliegen in unseren Reis verirrt. Fliegen sind recht knusprig und schmecken irgendwie komisch - und fallen, wenn man den Reis erstmal in die Soßenschale gerührt hat, leider nicht weiter auf.


Hier in diesem Гастрономъ wird man auf russisch begrüßt...


... und findet eine breite Auswahl an Bier, die man so nicht in Indien sieht. Außerdem gibt's in der Sonne verblichene Pringels-Packungen.

Neue Straßen braucht das Land


Ich bin auf dem Foto drauf - ziemlich genau in der Bildmitte und ich winke. Die Brücke, auf der ich stehe, ist die neue Brücke und überspannt den Fluss in vielleicht 40 Metern höhe. Bis vor wenigen Jahren war die alte Brücke im Hintergrund (Bild vergrößern und Suchen!) DER Weg im Tal. Bishwa meint, dass es hier noch vor 5 Jahren Staus aus Maultierherden gab. Jetzt gibt es am linken Ufer hinter den Bäumen eine Schotterpiste... Wenn man hier im Himalaya ein Tal auf der Landkarte sieht, heißt das noch lange nicht, dass es dort auch eine Straße gibt. Täler, die ja eigentlich DER Ort für Verkehrswege sind, können hier verdammt unwegsam sein. Ein prominentes Beispiel ist das Tal im Süden des Mount Everest. Praktisch alle Bergsteiger müssen hier nach Lukla (äußerst abenteuerliche Landebahn) eingeflogen werden - das Tal unterhalb ist eine komplett unerschlossene Schlucht.

WANDERWEG -> LANDSTRASSE
Was manchmal beim Wandern auf dem komplett gepflasterten Weg stört, sind die Baustellen, bei denen der Weg manchmal komplett zugekippt wird... aber hey, die Leute kriegen ihre allererste Straßen- d.h. Schotterpistenverbindung an den Rest der Welt - ein kleiner "Luxus" in einem Land mit recht Straßenbau-Feindlicher Landschaft, das - man muss es einfach so sagen - verdammt arm ist.

Straßen haben hier natürlich ihre Vor-und Nachteile. Zum einen wird die Geldquelle, der wandernde Tourist von seinem schönen Wanderweg vertrieben - die Läden an manchen Abschnitten können eigentlich direkt dicht machen, wenn der bautrupp anrückt. Die Besucherströme werden mit dem Bus vorbeirauschen, wenn die Leute keine Schotterpisten zum Wandern mögen.

Auf der anderen Seite gönne ich jedem Dorfbewohner einen Straßenanschluss, über den er seine Ernte wegbringen kann und über den der Krankewagen in halbwegs vertretbarer Zeit ankommt, wenn's mal nötig ist. Auch ich fühl mich besser bei dem Gedanken "Gebrochener Fuß - kein Ding, der Jeep macht das schon"

Im letzten Bürgerkrieg vor ein paar Jahren wurde, nach dem was uns unser Guide erzählt hat, zum einen einige Korrupte Politiker mehr oder weniger gewaltsam aus ihrem Amt entfernt und eines der wichtigen Ziele der maoistischen Rebellen war eben genau dieser versträkte Straßen/Schotterpistenbau in abgelegenen Gebieten.

Das Gandak-Tal - auch bekannt als das tiefste Tal der Welt, weil es mit gerade mal 2500m zwischen 2 8000ern, die gerade Mal einen Abstand von 30km haben zwischendurch geht - hat est vor 5 Jahren eine Straße bekommen. Eine Landstraße ist hier eigentlich eine grobe Schotterpiste, die es in der Bauform in Deutschland als normalen Schotter-Waldweg gibt. Nach Norden kommt man aus dem Tal nicht raus - die chinesen machen das ziemlich dicht und sosnt gibt's halt noch die Landebahn in Jomsom, die eine abenteuerliche 180° Wende im engen Tal von den Piloten verlangt. Sosnt gibt's für Nicht-Bergsteiger keinen vernünftigen Weg aus dem Tal raus zum Rest der Welt.

Entwicklungsland



Zwei Australische Lehrer, die wir getroffen haben, haben es so ausgedrückt: "Alles technische, was in diesem Land irgendwie einen Wert hat, hat einen Gespendet-Von-...-Aufkleber. Sogar der Ventilator in unserer Schule hatte sowas." Tatsächlich haben die wenigen Krankenwagen, die wir zwischen all den Unfallstellen gesehen haben einen Hinweis auf die Indische Regierung als Sponsor.

Die Hängebrücken, die das Gelände ohne das durchqueren von (Sturz)Bächen erst überhaupt erreichbar machen, sind auch von jemand gespendet. (Siehe Foto links)

Entlang der Wanderroute hatten alle Herbergen Strom, die Stromleitungen waren aber alle noch auffällig neu. Eine häufige Energiequelle ist ein kleines Wasserkraftwerk, das jeweils ein Dorf versorgt. In anderen Nicht-Touristischen Tälern dürfte das noch völlig anders aussehen.

Solarkocher (Parabolspiegel aus Alublechen) hätte ich eigentlich eher in der Sahel-Zone gesucht, aber in Nepal sehe ich sie zum ersten Mal im Einsatz - in ein paar Dörfern an jeder Ecke. Natürlich haben auch die "Gespendet-Von" Aufkleber.

Schulpflicht gibt es auch nicht so wirklich - einmal bin ich beim Mittagessen doch etwas schockiert gewesen wegen des Alters unserer Kellnerin. Mit 10 Jahren um 12 Uhr werktags sollte man eigentlich die Schulbank drücken und nicht Reis schleppen.


Eine Reise nach Nepal ist auch eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit. Bauern, die ihren Acker mit einem Ochsen pflügen und die Saat aus einer um den Hals hängenden Tasche mit einer schwungvollen Bewegung von Hand verteilen - das kennt man bei uns nur noch als typisches Kirchenfenstermotiv oder Ölgemälde... aber nicht als Digitalfoto.


Und diese weißen Autos kennt man eher aus Reportagen, die irgendwo in Afrika gedreht wurden... es gibt sie auch von Tata.


In Deutschland ist es ein besonderes Qualitätsmerkmal, wenn ein Wasser nicht behandelt wurde/werden musste, bevor es in die Flasche kommt - und die Voraussetzung dafür, dass man es Mineralwasser nennen darf. Hier rühmt man sich mit der neuesten amerikansichen Technik...


... und dafür, dass man den WHO-Standard einhält. Prost!


Taxifahrer stehen stundenlang Schlange für eine Ration von 10L Sprit. Nepal hat keinen eigenen Seehafen und irgendwie scheint Indien nicht genug Benzin durchzulassen. Unser Taxifahrer zum Flughafen erzählt uns, dass er manchmal im Auto an der Tanke schläft - man könnte das Taxi auch einfach dort abstellen, aber dann werden wohl häufig die Räder geklaut.
Ein ähnliches Bild (ohne Autos, aber viel länger) sieht man vor dem Aussenministerium - die Leute wollen einfach nur ihren Reisepass beantragen, um rauszukommen. Warum? In Nepal gibt es so gut wie keine gut bezahlte Arbeit. Wenn man Geld braucht, muss man zB in Dubai arbeiten gehen. Wie die Schlange vor den ausländischen Botschaften an der Visa-Abteilung wohl aussieht?

Nepal ist landschaftlich ein wunderschönes Land - aber sehr viele, die hier wohnen, wollen einfach nur weg - in ihrem Heimatland haben sie keine berufliche Perspektive.

WERBUNG

In Indien ist jede werbung für Alkohol und Nikotin verboten - Nepal hält des lockerer.
Zigarettenwerbung hat häufig etwas mit Sehnsüchten der Zielgruppe zu tun.
Marlboro wirbt in Europa mit Cowboys, weil sich hier Büro-Mitarbeiter nach dieser Art von Freiheit auf der Prärie sehnen.
Philip Morris verkauft in Afrika Zigaretten mit der Marke "VISA". Genau dort, wo die Leute herkommen, die in bescheuerten Holzbooten versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, weil sie eben das europäische "Visa" nicht bekommen haben - und sich nach der Reisefreiheit nach Europa sehnen.
...und in Nepal haben die meisten Meschen noch nie ein Flugzeug von Innen gesehen. Da muss der Pilot natürlich rauchen wie ein Schlot.


Der Stolz des Bauerhofs! Der nagelneue Sonalika-Trecker! Hier auf den Reis-Terrassen kann man sowas eigentlich gar nicht einsetzten - aber vielleicht ne nette Sache, damit man den Krempel nicht auf dem Rücken zum markt schleppen muss. Die meiste Werbung in Nepal ist einfach an Hauswände gemahlt - Bedeutet: Hier muss es billiger sein, ein paar Maler loszuschicken um den Krempel an die Wand zu lackieren als eine Druckmaschine für Plakate anzuwerfen - da wäre ja eine teure Druckmaschine im spiel und ein Papierplakat hält nicht so lange...