Hurra! Mein eigener Internet-Anschluss geht wieder...
ich kann beim Arbeiten wieder Radio hören und die Bilder hierhin hochladen macht so auch mehr Spaß.

Samstag, 8. Mai 2010

Streik! (DI 4.Mai)

Eigentlich wollten wir heute (extra früh aufgestanden!) endlich unsere Studi-Ausweise abholen und uns bei der Polizei registrieren...
Das wurde nichts wegen S-Bahn Streik. Wir kamen nicht in die Stadt und die Sekretärinnen nicht aus der Stadt zur Uni... und für's Taxi war's dann echt zu spät zum umdisponieren mit einkalkulierter Stau-Zeit.

-> Immer noch kein Studi-Ausweis und jedes Mal am Tor den Pförtnern blöde Geschichten eruzählen.

Also ab in's Rechenzentrum - dem einzigen Ort mit freiem Internet auf dem Campus, und weiter Software installieren.

Treffen mit dem indischen Prof (MO 3.Mai)

Eigentlich wollten wir heute (extra früh aufgestanden!) endlich unsere Studi-Ausweise abholen und uns bei der Polizei registrieren...
Daraus wurde nichts - in letzter Sekunde erreichte mich eine Mail von unserem betreunden Prof, der uns um 10:30 sehen wollte.
Die Begrüßung war aber super - ein "Warm Welcome" im wahrsten Sinne des Wortes :-)
... mit Mangosaft im Büro.
Der Mann ist toll, offen für Vorschläge und alles - das einzige Problem mit meiner Studienarbeit ist die Betreuung auf der Aachener Seite...

Nach dem Mittagessen und Mittagsschlaf ging es ab ins Rechenzentrum zum Installieren der nötigen Software für die Studienarbeit. Dafür braucht man FREIES Internet ohne Pflicht-Proxy. Das gibt es hier auf dem Campus nur an einer einzigen Stelle: ein kleines unscheinbares LAN-Kabel in der Ecke im Rechenzentrum.

Danach gab's um 5 eine erste Einführungsveranstaltung zur Software und abends zu Maxens Abschied einen Mocktail im Gulmohar - einem Restaurant auf dem Campus.

Baygon vs Spinne (MO 3.Mai)

Am Morgen entdeckte ich eine Spinne in meinem Zimmer... also ich hab ja keine Angst vor Spinnen, aber in den Tropen kann man nie sicher sein, was eine Spinne so kann - ob die beisst, giftig ist usw...
Der Ideale Versuchsgegenstand für unser frisch gekauftes Baygon!
Ergebnis des Experiments: Man kann Spinnen mit Baygon von der Schranktür "abschießen" bzw. runterschießen - die krabbeln aber auf dem Boden noch gelähmt weiter und können erst nach vielleicht 30 Sekunden wieder springen... nur platt-treten nach besprühen macht die wirklich platt.

Chemie-Keule und Rikscha-Beschiss (SO 2.Mai)

Nachdem uns unser Nachbar Ali aus dem Iran seine Horror-Geschichte zum Thema Malaria erzählt hatte - er hatte das Vergnügen und er wohnt genau auf unserem Flur - hatten wir das Gefühl, dass wir uns mal mit dem Thema Mücken-Chemie auseinandersetzen sollten.



Max, ein Student aus Berlin, der kurz vor seiner Rückreise war, hatte mir am Vorabend schonmal sein DEET-Spray vererbt mit dem Hinweis, dass sein Vorgänger aus Deutschland Denguee-Fieber hatte...



Heute morgen lauerte eine kleine Mücke vor meinem Fliegengitter - ich wollte nur mal gucken, was das Spray so schafft und hab da mal draufgehalten :-)
Unglaublich! Ich hatte meinen Finger gerade erst auf dem Knopf, da war das Vieh schon WEG! Das ging so schnell, dass ich fast nix davon gesehen hab...

Wir brauchen MEHR DAVON!!!
Also rein in die Rikscha, auf zum Supermarkt und gleich zum Chemie-Regal!
...obwohl die Regenzeit erst so Mitte Juni losgeht. Zur Zeit hält sich das mit den Mücken echt in Grenzen - aber wenn's soweit ist kriegen die alles ab:
DEET auf der Haut und Transfluthrin in der Luft in meinem Wohnheimszimmer, ein super Mücken-Nervengift - wirkt sofort bei sehr geringer Dosis :-)

Hier fragt irgendwie auch keiner nach Haut- und Allergie-Verträglichkeit... Hauptsache die Mücke stirbt und zwar schnell.

Auf der Fahrt dahin wollte uns der Fahrer erstmal verar***en. Leider wussten wir schon, wie ein Auto-Rikscha-Meter funktioniert: Der Fahrer muss an dem "For Rent" Schild drehen, um den Zähler vor Beginn der Fahrt auf den Basis-Preis von 10 Rupien zurückzustellen. Auf dem Zähler standen aber schon 25 Rupien - und bis zum Supermarkt wollte er dann 50 haben. Das kostet sonst so 22 Rupien - immerhin der Gegenwert einer Kugel Eis oder 38 Euro Cent ;-)


Ein vernünftig auf 10 Rupien eingestelltes Auto-Rikscha-Meter sieht so aus!

(Eigentlich wollten wir heute morgen früh in den Nationalpark, der sich im Norden an den Campus anschließt - aber Ankit kam, weil er einen schlimmen Schädel hatte nicht aus der Kiste. Das hatte aber angeblich nix mit Alkohol zu tun.)

Samstag, 1. Mai 2010

Sightseeing - oder sowas (SA 1.Mai)

Die ersten Tage waren wir sehr weit entfernt von allen Touristen-Strömen entfernt unterwegs - nach Powai (Stadtteil/ Vorort 25km nördlich der Innenstadt) verirrt sich eigentlich kein Ausländer, außer er studiert am IIT.

Diesmal stürzten wir uns ins Touristen-Getümmel, wobei man vor allem indische Touristen sieht. Europäer machen nur einen verschwindend kleinen Teil aus, aber es gibt sie tatsächlich - vereinzelt!



Am Gateway of India (direkt neben dem berühmten Taj-Hotel) ist man vor allem damit beschäftigt, komische Leute abzuschütteln, die einem rote Punkte auf die Stirn malen und hinterher Geld dafür haben wollen - wir sind dann einfach mal schnell weitergelaufen und haben den Krempel weggeputzt.
Ja, wir sind Kultur-Banausen!

Auch ein tolles Angebot: "Want to buy City-Map? or Kama Sutra? City Map?"
Die zweite City-Map war dann ein Beutel mit Gras... ich hab dann mal dankend abgelehnt, aber vermute mal, dass ein bemerkenswerter Anteil europäischer Indien-Touristen kifft.

... und dann gibt's noch die Leute, die einen total nett anquatschen "Witsch Kantriii a juuu fromm?" Das geht dann mit nettem Small Talk weiter und hinterher fragen die, ob man ein paar Rupien über hat - tja, wir hatten keine übrig.

Ab sofort ist unsere Standard-Antwort:
"We are Björn and Larsson Häkkinen from Finland - just like Formula1 driver, but not same Family" meistens kommt dann irgendwas mit "Oh, from Helsinki? Nokia?" zurück.
(Nokia ist in Indien noch stärker verbreitet als in Deutschland !!)

Außedem wurden wir von einem Model-Agent als Statisten für einen Bollywood-Streifen engagiert - also fast... wir haben uns mal die Karte geben lassen, aber erstmal nicht mitgemacht - wir waren doch etwas skeptisch, irgendwie war das viel zu einfach, so eine Rolle zu kriegen...

Der Mc Maharadscha... McDoof gibt es auch hier, wenn auch das Filial-Netz ziemlich dünn ist. Obwohl wir direkt neben dem ganzen Touristen-Gedöns waren, waren wir erstmal alleine unter Indern in dem Laden.

Erste Fahrt mit der S-Bahn (SA 1.Mai)

Erstmal mit der Moped-Rikscha zum S-Bahnhof "Kanjur Marg" - ist nur eine Nebenhaltestelle, an der einige Züge vorbeifahren.


Der Zugang zum Bahnsteig ist auf dem Foto hinter dem LKW, die Fahrkarten gibt's in dem weißen Flachdach-Haus, wo Kanjur Marg drauf steht.


Die 4 Jungs vom S-Bahnhof wollten unbedingt ein Foto haben...


Bevor es für uns losging, zischten erstmal 5 Züge an uns vorbei - mit Tempo 60 oder so und mit offenen Türen, aus denen die Passagiere raushingen... fand Ankit, unser indischer Kumpel nicht so toll, weil er einen Termin in der Innenstadt hatte.



Unser Zug war dann doch etwas voll, obwohl heute am 1.Mai Feiertag ist und es auch keinen Berufsverkehr gab - wir hatten die Luxus-Sitzplätze im Gepäckabteil erkämpft.
Das Gedränge war wohl nicht ganz so schlimm wie auf Rock am Ring an der Alterna-Stage, aber ich hab dann doch mal sehr viel Abstand von den offenen Türen gehalten...

Die Bettler am Hauptbahnhof waren dann doch nicht so penentrant wie befürchtet - angestupst wurden wir wohl schon, aber nach einem eindeutigen "Nö" war der Kerl dann auch sofort weg...


Eine indische S-Bahn von vorne

Freitag, 30. April 2010

Dinge, die man in Indien braucht, wenn man dort studiert

  • Passfotos, Passfotos, Passfotos - mindestens 20 in Briefmarkengröße (für den Studentenausweis, den Mensapass, die Busfahrkarte, das Bankkonto, Mobilfunkanbieter, Bibliotheksausweis...) Der Fotoladen vor dem Campus, Paras Studio & Colorlab bietet "Digital 1 Minute Passport & VISA Photos" an, die man nach 4 Stunden abholen kann - der Laden ist ca. 2qm groß, der Tresen ist einfach am Straßenrand, direkt vor der Theke wühlt sich der Verkehr von Mumbai her...
  • Wasser im Koffer und eine leere Flasche zum Auffüllen in Frankfurt am Wasserhahn - man könnte bei 39°C gleich nach der Landung Durst haben und über das Leitungswasser in Mumbai muss man wohl nichts Weiteres sagen... (Wenn man erstmal auf dem Campus ist, steht an jeder Ecke ein Trinkwasserautomat)
  • LAN-Kabel - W-Lan ist auf dem Campus nicht sehr verbreitet, aber im Onkel-Ranjit Laen im Wohnheim kann man ein Kabel auch kaufen.
  • Eigener PC mit Proxy-Server zu Hause in 'schland - der indische Uni-Proxy lässt nur http und https durch und lässt sich nicht der den RWTH VPN umgehen - Skype läuft nicht
  • Ausgeliehenes Kissen aus dem Flugzeug - das bekommt Lufthansa im Dezember wieder...
  • Indische SIM-Karte - am besten von jemand, der schonmal in Indien war und sie nicht mehr braucht. Selbst Prepaidkarten bereiten Probleme - man bekommt sie zwar, sie werden aber immer wieder gesperrt, weil der Mobilfunkfirma immer irgendwelche Dokumente einfallen, die man "noch nicht eingereicht hat". Ein Student aus Bremen hat das Projekt nach 7 Besuchen im Handyladen aufgegeben...
  • normales Dualband-Handy
  • Klopapier - zumindest ein Starterset mit 2 Rollen. Das Zeug gibt es zu europäischen Preisen im Supermarkt, gehört aber keineswegs zur Standard-Austattung. Im Badezimmer gibt es eine Schüssel, die mit einer Arschdusche ausgestattet ist - bei den Hock-Klos weiss ich nicht, wie man sich den Hintern sauber macht...
  • bequeme Sandalen, mit denen man lange gehen kann - alles andere führt zu schlimmen Käsefüßen
  • Dicke Wanderschuhe - Die gibt es hier NICHT!!! Man könnte spontan auf die Idee kommen, in kleineren Mittelgebirgen in Maharashtra - oder womöglich in diesem netten Hochgebirge in Indien's Norden spazieren zu gehen.
  • Handtuch - siehe "The Hitchhikers' Guide to the Galaxy"
  • Hosen - lang UND kurz. Eigentlich sollte man lange Hosen anhaben, die Inder sind, was den Dresscode angeht, etwas strenger. Lange Hosen helfen zwar gegen Mücken - aber in der Regenzeit gilt auch hier: Was man nicht anhat, kann nicht nass werden. Bei starkem Seitenwind ist es einfach aussichtlos lange Hosenbeine trocken zu halten. Und nach Feierabend will man ob mit oder ohne Regen einfach eine kurze Hose!
  • 3-fach Steckdosen-Verlängerungskabel - dann muss man nur einen Stecker in die indische Steckdose würgen und kann alles mögliche gleichzeitig aufladen... geht aber im Zweifelsfall auch ohne
Was man Nicht (unbedingt) braucht/ Was es auch in Indien gibt
  • Schuhe in Größe 46 - meistens zu warm, Größe 46 gibts auch in indischen Schuhläden (gibt's zB nicht in Korea)
  • Deo (in Indien gibt es Nivea - aber zB in Korea gibt's kein Deo)
  • Pulli - einfach zu warm
  • Travellers' Cheques - werden trotz anders lautender Ankündigung nicht vom Hausmeister für die Miete angenommen - und werden bei Verlust eigneltich nicht ersetzt. Außer man kann beweisen, dass man damit so vorsichtig umgegangen ist wie mit Bargeld - aber das kann die Versicherung beliebig einschränken - "Was, sie würden mit 300$ in bar in Mumbai spazieren gehen?!?"
Ausrüstung eines indischen Wohnheim(zimmer)s
  • Ein paar Quadratmeter weniger als im Kullen - aber total in Ordnung
  • Einzelzimmer (!)
  • Bett aus Beton (kein Scheiss!) - hat aber keine Spitzen Nägel drin...
  • Schrank aus Beton
  • Schreibtisch
  • Großer, starker Ventilator - sonst würde das gar nicht gehen...
  • Neon-Röhre für gemütliche Beleuchtung
  • LAN-Steckdose (Internet wird zwischen Mitternacht und 7 morgens ausgeschaltet! - und über Pflicht-Proxy gefiltert)
  • Trinkwasserautomat auf dem Flur
  • Gemeinschafts-Badezimmer mit großem Spiegel, Duschen, einer Kloschüssel und mehreren Hock-Toiletten
  • Copy-Shop mit vollem Service (man muss nicht einen Knopf selber drücken), 4 Kopien kosten 2 Rupien (3 Euro-Cent)
  • kleiner Kiosk - nur 4 qm groß, aber hier gibt's alles von der Cola bis zum LAN-Kabel
  • Mensa mit 4 täglichen Mahlzeiten
  • Hausmeisterbüro mit Sofas!
  • Mückengitter am Fenster
Was es im indischen Wohnheim NICHT gibt:
  • Kühlschrank
  • Klimaanlage
  • Küche zum selber kochen
  • Sofa-Ecke
  • Internet nach Mitternacht
  • Frauen im Männer-Wohnheim nach 22 Uhr (am Eingang wird jede Frau von der Security in ein Buch eingetragen)
  • andere deutsche Studenten (soweit ich weiss machen Jan und ich immerhin 50% aller deutschen Studenten an der Uni aus...)