Hurra! Mein eigener Internet-Anschluss geht wieder...
ich kann beim Arbeiten wieder Radio hören und die Bilder hierhin hochladen macht so auch mehr Spaß.

Montag, 24. Mai 2010

Kulinarische Entdeckungen (MO 17.5.)

Heute Mittag haben wir es mal ins "Läb" geschafft - hier herrscht tatsächliche Porduktive Athmosphäre. Aber plötuzlich müssen wir los - heute ist Börger-Tag in unserer Wohnheimsmensa! Natürlich ist die Frikadelle durch irgendein vegetarisches Teil ersetzt worden, aber sonst kann man sich die Geräte nach Belieben aus Bergen von Gurken, Tomaten und Börger-Brötchen nebst Ketchup-Topf zusammenbauen.

Danach geht's weiter mit der Schafferei vorm PC - bis 7:30 in der Frühe
Aber Zwischendurch machen wir in der Nachtkantine DIE Entdeckung: "Cornetto Butter Scotch". Alleine das ist schon ein Grund für das Auslandssemester...

Ein Sonntagnachmittag in Indien... (SO 16.5.)

Einmal die Woche machen alle Pause - egal ob Hindus oder Katholen.
Unser Frühstück, Mittagessen oder wie man das jetzt auch nennen soll gibt es, Nachdem sich alle so um 1 aus dem Bett gewälzt haben im Laxmi: Lecker Käse-Naan, Zwiebelbrot und natürlich Curry-Soße... Also es gibt nicht viele Länder auf der Welt, wo man gut Brot backen kann - die Inder haben immerhin den Pfannekuchen zu verschiedenen Naan oder anderen Sachen (Namen vergessen) weiterentwickelt.

Der Verkehr auf der Straße vor der Uni ist auffällig ausgedünnt, so an einem Sonntagnachmittag... und der Fotomann, wo Ankit endlich sein Foto für das Schwimmbad machen lassen wollte hat zu.

Wir müssen also los ins Schicki-Micki-Viertel Hiranandanhi, wo ein Fotoladen tatsächlich auf hat. Die halbe Stunde Wartezeit für die Foto-Entwicklung müssen wir (ja, das Leben ist hart) in einer Eisdiele absitzen... es gibt den Mango-Becher: Mango-Eis mit frisch geernteten Mango-Würfeln drauf.


Knallharte Konkurrenz... aber nur in der linken Eisdiele gibt es den echten Mangobecher.



Gegenüber von der Eisdiele sieht es so aus... einfach mal ein Foto von indischer Straße reinsgesetzt.

Bei unseren Recherchen zum Thema Wanderschuhe (näheres zu deren Einsatz spätestens nach der WM) dämmert uns: es ist hier zu warm für solche Stiefel und normalerweise kauft das keiner. Die wollen uns irgendwelche Adidas-Jogging-treter als Trekking-Boots verkaufen - und sonst sind die Läden voll mit Cricket-schlägern.

Wir sind hier scheinbar auf einer Durchreise-Etage im Wohnheim: Schon wieder einen ein-Wochen-Gast getroffen, der wegen einem Workshop hier ist.
Er ist hauptberuflicher Bananen-Bauer und lädt uns auf ein Wochenende auf seine Plantage in der Nähe von Surat ein (je nach Zug 3-7 Stunden Fahrzeit nach Norden) - und warnt uns schonmal vor, dass das so "Luxuriös, so mit echtem Klo auf dem Flur wie hier" nicht wird... wir sind mal gespannt.



...hier ein kleines Beweisfoto

Gammeln und Bergsteigen (SA 15.5.)

Dieser Samstag ist irgendwie nicht sehr ergiebig - eigentlich hatten wir eine Verabredung mit der indischen SpassKass - aber der Mitarbeiter hat uns gestern einfach mal knallhart falsche Öffnungzeiten erzählt... da war schon alles Wochenendmäßig dicht, als wir um 13:45 aufgekreuzt sind. Naja... dann kann ich mich ja gleich wieder poofen legen.
Heute Nacht fliegt unser Nachbar für einen Monat nach zu Mama nach Äthiopien... als Abschiedsspaziergang zeigen wir ihm den Hügel. Das Ergebnis ist neben dreckigen Sandalen dieses Foto:

Mittwoch, 19. Mai 2010

Freibad und Indo-Germanischer Kulturabend (FR 14.5.)

Bei einer Fortsetzung des gestrigen Bürokratie-Tages (wie gesagt: jede einzelne Besorgung führt zu einem Rattenschwanz von Behördengängen...)
lief natürlich nicht alles nach Plan.
Gestern sagte der Bademeister "Komm morgen, hol dir deine Karte ab"
Das hört sich heute anders an: "Deine karte ist in zwei Wochen fertig - abre schwimmen kannste eigentlich jetzt auch schon... Schwimmsachen dabei?"
... Die hatte ich natürlich nicht dabei - "Muss ich holen, soll ich?"

Naja - indische Freibäder sind natürlich anders... wer hier irgendsowas wie Erfrischung sucht, ist hier falsch, denn durch die Tropensonne ist das Becken auch ohne Heizung so pisswarm wie sonst das Planschbecken für die kleinen - aber endlich Bewegung ohne Schweiß!!!

Am Abend gibt's in Ankit's Bude einen kleinen Youtube Abend.

Wir führen son Krempel wie Culcha Candela, Xavier N., Rammstein, JBO, Jan Delay, Peter Fox unter Vermeidung von Tokio Hotel vor - und wir kriegen indisches Programm... hier ein paar Links - ich hoffe das Sony die nicht gesperrt hat.


Nicht wundern, wenn da immer der gleiche Bollywood-Mann auftaucht - ist son Monopol oder so. Aber keine Angst! Die Inder gucken nicht nur Bollywood-Filme. Kommentar zu dem Kerl, der da immer zu sehen ist von einem Inder "He is marketing himself very well but he sucks big time."

Mehrstufige Bürokratie (DO 13.5.)

Bürokratie ist was tolles - heute ist ein Bürokratie Tag! Supi!

Ich habe im Moment 2 Projekte am laufen:
Schwimmen gehen (heute ist Punkt 3 im Krankehaus dran) und
mein indisches Bankkonto (heute Punkt 2, siehe unten)
Die beiden Sachen sind etwa gleich kompliziert
.

Immerhin kann ich im Krankenhaus mir auch noch meine dritte und letzte Tollwut-Impfe geben lassen.

Schwimmen gehen
Die Uni hat ein kostenloses Freibad, aber da kommt nicht jeder einfach so rein - das wär ja zu einfach.
  1. Rosa-Formular beim Bademeister abholen - nur zwischen 17 und 20 Uhr!
  2. Passfoto draufkleben!
  3. Zum Arzt im Uni-Krankenhaus gehen, sich untersuchen lassen, ob man denn keine schlimme, schwimmstörende Krankheit hat (Normalerweise wird in den Akten gekramt, ich habe keine indische Krankenakte, deswegen einmal Stetoskop an den Bauch und fünfmal ein-und ausatmen - fertig!)
    Nur von 9 bis 15 Uhr!
  4. Zum Krankenhaus-Tresen Formular abstempeln lassen.
  5. Zum Bademeister Formular abgeben (nur 17 - 20 Uhr!)
  6. 1,5 Wochen warten
  7. "Swimmimg-Club-Membership-Card" beim Bademeister abholen
  8. Jetzt darfst du schwimmen!
    Aber nur 45 Minuten pro Tag - das Schwimmbad lässt Leute nur zu bestimmten Zeiten ("Slots") rein und schmeisst am Ende davon alle Leute raus.
Zum Glück darf ich ab Punkt 5 schwimmen gehen - der Bademeister war so nett. Daaaanke!
Meinen Mitgleidsausweis hab ich immer noch nicht, aber solang den keiner sehen will passt das schon.


Bankkonto eröffnen

  1. Formular bei der Bank holen
  2. Formular vom Wohnheims-Hausmeister abstempeln und unterschreiben lassen - bekommt man erst einen Tag später zurück.
    (Man brauch jemand, der bestätigt, dass man WIRKLICH da wohnt, wo man wohnt - alternativ werden auch Strom- und Telefonrechnungen akzeptiert. Ich weiss nur nicht wie man an Strom- und Telefonverträge ohne Konto rankommt...)
  3. Formular bei der Bank einreichen und 500 Rupien einzahlen
  4. Einen Tag später vorbeikommen und Kontobuch abholen (Wie ein Sparbuch, gibt's hier in Indien aber zu allen Konten dazu)
  5. EC-karte bestellen. Das geht unglaublich schnell. Man muss nur fünfmal zwischen verschiedenen Schaltern in der Bank hin- und herspringen und danach hält man seine indische EC-Karte und den PIN-Umschlag in der Hand ohne lange auf die Post zu warten - wow!
  6. 3 Werktage warten, dann ist die Karte aktiviert und man kann an den Automaten Geld ausdrucken.

Zusammenfassend kann man sagen:
Deutsche Bürokratie:
  • eher unfreundliche Mitarbeiter
  • um EINE Sache zu erledigen braucht man EIN Formular und man geht EINMAL zu EINER Behörde - alles Weitere kommt mit der Post.

Indische Bürkratie:
  • total nette Mitarbeiter mit Sofa und Tee im Büro
  • um EINE Sache zu erldigen braucht man DREI Formulare und muss DREIMAL zu verschiedenen Behörden gehen und braucht DREI Passfotos dafür.

Dienstag, 18. Mai 2010

Besuch im Nationalpark (MI 12.5.)

Direkt an den Campus grenzt ein Nationalpark an - da kommt auch der Panther her, wenn er denn den Campus heimsucht - also gehn wir ihn mal Besuchen, oder so ähnlich...

Nach einer längeren Rikscha-Fahrt über Stadtautobahnen und eine kleine Hinterstraße durch eine Milchkolonie mit besonders glücklichen Kühen und auffällig vielen Fahrrädern mit Milchkannen am Gepäckträger (jajaaa damaaaals gab's sowas auch in Deutschland) kommen wir am Eingang an und zahlen diesmal 3 Euro für die Fahrt trotz nicht allzu großer Umwege...

Gleich am Eingang haben die einfach mal Figuren aus Disney's Dschungelbuch gemalt - und tatsächlich ist der erste Löwe, den wir hier im Dschungel sehen, aus Plastik. *Miau*

Um dann dochmal einen echten Artgenossen zu bestaunen, buchen wir die "Löwen- und Tigersafari" in einem Bus mit dicken Gittern vor den Scheiben...
Was die Tiger angeht - genausogut kann man auch mit der 24 zum Aachener Tierpark fahren - da kommt man wenigstens an der Tigerkäfig ran.
Und zwischen dem Löwen und dem Bus hatten wir dann immerhin keinen Zaun - der Fahrer musste die Tür wirklich mal zu machen - theoretisch zumindest.

Löwen machen um die Mittagszeit irgendwie das gleiche wie Tiger, Straßenhunde und eigentlich alle Tiere in Indien: total kaputt im Schatten unterm Baum pennen.

Nach diesem Atemberaubenden ritt gab's dann erstmal Mittagaessen: gerollter Pfannekuchen mit Kartoffelbrei drin.

Den Bus zu den Höhlen hatten wir rigendwie verpasst (Höhle klingt irgendwie nach Schatten - das ist immer gut.) Aber dafür gibt's ja auch noch den Nationalpark-Express zu entdecken. *Tschuuu-Tschuuu*

TATA baut nicht nur LKWs, den Nano, Wasserfilter, Kaffeepulver, sondern auch Lokomotiven - auch schöne Grüße nach Nordwohlde an dieser Stelle...

An dem Bahnhof mussten Jan und ich als Hintergrund für ein Familienfoto herhalten, bevor sich das Bähnchen in Bewegung setzte. Neben Palmen und indischer Natur waren auch ein paar Wellblechhütten am Bahndamm zu sehen - und wieder mal ein paar Jungs, die unbedingt von Bleichgesichtern fotografiert werden wollten.



Nach der Bahnfahrt bestiegen wir einen Hügel in dem Park - total bescheuert...

...hier auf dem Gipfel liegen alle nur noch in der Ecke, denn es ist sogar für unseren Mann aus Äthiopien einfach zu heiß.

Abends lerne ich meinen Nachbar im Wohnheim kennen: Er ist nur für eine Woche da und macht einen Workshop am IIT - er kommt aus irgendeinem kleinen Dorf in Maharashtra.(Maharashtra = Bundesland, wo auch Mumbai drin liegt - ist nur ein bisschen größer als Deutschland und hat ein paar Einwohner mehr.)

Er ist immerhin so 23, hat Maharashtra noch nie verlassen, war bis jetzt noch nie in Mumbai und meint, ich bin der erste Nicht-Inder, mit dem er sich unterhält... schon krass.

Er war auch von dem "Luxus" im Wohnheim überrascht - sogar ein Bett MIT Matratze ist im EINZELZIMMER drinne und Essen gibt's viermal täglich in der Kantine - alles gratis. Soviel Luxus kann man bei einem Gratis-Workshop offenbar kaum erwarten... wow!

Studentenalltag unter Palmen (MO/DI 10./11.5.)

An diesen Tagen kämpfe ich ein bisschen mit meinem Rechner und meiner neuen Lieblingssoftware...
Aber zum Glück gibt's ja die Eisdiele.

Unter den Palmen muss man aufpassen - Kokosschlag! So 3 Meter neben uns...
...unter den Mangobäumen gibt's aber manchmal auch was leckeres zu finden - es ist gerade Mangosaiason :-)

Außerdem erste Fuhre Wäsche in der Wohnheimswscherei - ein ganzer Korb mit dem vollen Programm (Waschen, trocknen, bügeln) kostet 55 Cent, also noch weniger als die Benutzung einer Wschmaschine im Kullen.